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HIER NUR PRESSEKRITIKEN ZU FESTIVALAUFFÜHRUNGEN

Nachfolgend Auswahl von Presse-Kritiken anlässlich der internationalen und deutschen Festivalaufführungen (noch nicht vollständig). Die Links zu den Originalveröffentlichungen am Ende einiger Zitate ("Gesamter Artikel") galten zum jeweiligen Erscheinungsdatum und können z.T. mittlerweile ausser Betrieb sein. Wir bitten um Verständnis.

PRESSEKRITIKEN zu Festivalaufführungen als WORD-Datei.
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INTERVIEWS
zum Film. Zur Begründung der Jury für den TEDDY AWARD.

Reviews in English language are indicated below!

  Wann Wo  
7.2.2003 BERLINER ZEITUNG
30.1.2003 SIEGESSÄULE - Berlinale Extra
30.1.2003 TIP Berlin
7.2.2003 DER TAGESSPIEGEL
6.2.2003 SCREEN INTERNATIONAL (english)
7.2.2003 SCREEN INTERNATIONAL (article & interview engl.)
9.2.2003 ddp Presseagentur (Artikel und Interview)
10.2.2003 SCREEN INTERNATIONAL (english)
12.2.2003 SCHWÄBISCHE ZEITUNG
Feb 2003 FILMRISS Radiomagazin
Feb 2003 PERLENTAUCHER
7.2.2003 ZDF heute - online
14.2.2003 SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
15.2 2003 SFB1 (TV)
13.2.2003 ZOLLERNALBKURIER
14.2.2003 Begründung Teddy Jury für Preisverleihung
Feb 2003 NDR - online
15.2.2003 YAHOO NEWS (english)
8.2.2003 RadioEINS Interview mit Knut Elstermann (extern)
16.2.2003 DIE TAGESZEITUNG
15.2.2003 DEUTSCHLANDFUNK (folgt)
16.2.2003 SWR4 Kultur (Hörfunk u.a. mit Interviewteilen)
12.2.2003 SWR3 (Fernsehen) (folgt)
16.2.2003 indieWIRE (english)
17.2.2003 EUROGAY
17.2.2003 DOWNTOWN
17.2.2003 DEUTSCHE WELLE WORLD (türkisch)
17.2.2003 YAHOO Schlagzeilen
9.2.2003 SAT1 Regionale
9.2.2003 www.filmkritiken.org
15.2.2003 MURAL (espagnol/Mexico)
27.1.2003 LA PRENSA (espagnol/Argentina)
14.2.2003 HAMBURGER ABENDBLATT
7.2.2003 SWR INTERNATIONAL
10.2003 Filmtage Karlsruhe
Sep 2003 Filmmesse Leipzig
Sep 2003 KATSO! Finnland (finnisch)
18.2.2003 GLS Planet (portugiesisch)
18.2.2003 filmIreland (english)
27.11.2003 paroutudo.com (portuguese)
3.10.2003 TRIBUNA DA PRENSA (portugiesisch)
18.7.2003 MCV Arts Melbourne (english)
8.1.2004 BAY AREA REPORTER (english)
17.1.2004 VARIETY (english)
Juni 2003 DER STANDARD (derStandard.at)
Juni 2004 LA Weekly (Los Angeles) (english)
Juni 2004 LOS ANGELES TIMES (english)
   

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SIEGESSÄULE - Berlinale Extra
Frank Herrmann, 30.1.2003

Berlin ist voll Flüchtlingen, unter ihnen all diejenigen, die dem schwäbischen Pietismus der Provinz entflohen sind. Auch weil sie dort "allein unter Heteros" waren. Andere schaffen den Absprung nicht, oder sie wollen gar nicht weg. Jochen Hick ist es gelungen, ein paar davon für seine grossartige Dokumentation zu gewinnen. Um in der Provinz zu überleben, braucht es andere Strategien, die von "erst mal lieber nichts sagen" bis zum offenen "Bekenntnis" reichen. Die Protagonisten entpuppen sich bald als weiter von der Tristesse entfernt, als der arrogante Metropolen-Schwule es gerne hätte. Egal ob Letzterer ursprünglich selbst aus dem Dorf kam oder in der Grossstadt geboren ist. Ein dummes Landei ist keiner der hier Vorgestellten, schliesslich braucht es ein gerüttelt Mass an Selbstbewusstsein, um sich gegen Stammtisch, Kirchenchor und Liedertafel zu behaupten. Mitunter helfen couragierte Mütter. Hick hat die schwulen Männer aus der Provinz im Alltag beobachtet, sie dazu ermutigt, offen über ihr Leben Auskunft zu geben, und sie auf ihren kleinen Fluchten begleitet. Orte wie Onstmettingen oder Michelwinnaden in Oberschwaben oder im Schwarzwald werden gelegentlich gegen Pattaya und Berlin eingetauscht. Uwe ist nach dem hektischen Überangebot in der Hauptstadt jedenfalls froh, wieder zu Hause zu sein, und Hartmut resümiert lakonisch: "Thailand isch ned das Paradies für Schwule, es isch nur paradiesischer als Albstadt." http://www.siegessaeule.de/teddy/teddy2003/dokfilme.html

TIP Berlin Magazin
Christina Moles Kaup, 30.1.2003

Für den 51-jährigen Hartmut wurde seine HIV-Infektion zum Auslöser, sich in seiner schwäbischen Kleinstadt zu outen. Jahrelang hatte er seine Sexualität verschwiegen, nun ist er nicht mehr zu bremsen. Ob am Stammtisch oder im Thailand-Urlaub - in Jochen Hick Dokumentation "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" erzählt er offen von seiner Krankheit und seinem Leben. Mit ihm finden auch andere den Mut, über ihre Homosexualität vor der Kamera zu reden. Menschen, die in Käffern wohnen, mitten unter all den rechtschaffenen Schwaben, denen zu diesem Thema immer noch Hitlers "Endlösung" in den Sinn kommt. Ihr dummdreistes Blöken macht sprachlos, doch es bleibt in dieser teils heiter, teils nachdenklichen Dokumentation nicht unangefochten.

SCREEN INTERNATIONAL
10.2.2003

"I had a homosexual dog and I beat it to death. So is my son, but I can't beat him to death," says one rural mother in Jochen Hick's new documentary. While urban gays are largely accepted as rainbow-coloured threads in the fabric of diversity, the story is different in the German 'dorf'. The title refers to the blind eye the rural straight population tends to turn, and the sense of isolation gay men feel. Over the course fo two years, Hick followed twentysomethings to septuagenarians, discovering how they came out, how they cope with straight family and friends and - on a practical note - if they can get some action in the sticks.

BERLINER ZEITUNG
Phillip Bühler, 7.2.2003

In der Dokumentarreihe des Panoramaprogramms findet das Berlinale-Motto "Towards Tolerance" seinen stärksten Widerhall. Wo Toleranz fehlt, zeigt der Blick in die deutsche Provinz, sobald es ums Schwulsein geht. Der Filmemacher Jochen Hick trifft in seiner schwäbischen Heimat auf ein merkwürdiges Phänomen: Jeder Homosexuelle hält sich für den einzigen im Dorf. "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" ergründet auch Stolz und Vorurteil der Heterosexuellen, am Stammtisch oder im Krichenchor. Für Hartmut ist seit seinem Outing "alles komplizierter" geworden. Früher hat er bei den Schwulenwitzen einfach mitgelacht. Jetzt muss er sich fragen lassen, ob er "darüber" mal mit seinem Hausarzt gesprochen. Ferner treffen wir auf den 78-jährigen Richard, für den ein Bekenntnis unter den Nazis den rosa Winkel bedeutet hätte und der es noch heute lieber hat, wenn sich seine Neffen ihren Teil selber denken. Breit gefächert ist das Spektrum der Ignoranz und des individuellen Leids in diesem Film, den ein zartbitterer Humor prägt. Doch manchmal fragt er auch einfach nur deprimierend: Toleranz für wen? "Ich kenn keinen" könnte auch herhalten als Schlagwort der Videodokumentation "Fight Back, Fight Aids: 15 Years of ACT UP" (...).
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2003/0207/feuilleton/0058/

DER TAGESSPIEGEL
(til) 7.2.2003

(...) ICH KENN KEINEN - Allein unter Heteros von Jochen Hick liegt geographisch am nächsten und ist doch erschreckend fremd: Er zeigt die deutsche Provinz in Schwaben, wo kaum jemand zugibt, einen Schwulen zu kennen, und der Chrostopher Street Day noch Protesten von Kirche und Bevölkerung hervorruft. Vier Männer hat Panorama-Dauergast Jochen Hick begleitet, auf ihre Fluchten nach Zürich, Berlin oder Thailand und nach Hause auf die Dörfer, wo sie noch bei Muttern leben, die Nachbarn meiden, jahrelang ihre Identität verleugneten oder einen verzweifelten Aufklärungskampf kämpfen. Dennoch ist der Film meistenteils eine Freude - weil seine Figuren mit sich im Reinen sind. Einzig Hartmut, der sich erst nach seiner Aids-Erkrankung offenbarte, ist eine tragische Figur: in seinem Bemühen, angesichts seines verfallenden Körpers die Würde zu bewahren. Dass er wohl nie mehr erleben wird, was Beziehung und Glück bedeuten ist bitter. http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/07.02.2003/426140.asp

SCREEN INTERNATIONAL
Fionnuala Halligan, 6.2.2003

(...) Also from Germany is Jochen Hick's documentary set in Schwaben: Talk Straight - The World Of Rural Queers (Ich kenn keinen - Allein unter Heteros). It is a "wonderful investigation of the state of mind of Germans on gay and lesbian matters in the light of gay marriages in Germany," says Speck. "It is funny, but it also tells us that we are not who we thought we were."

SCREEN INTERNATIONAL
Natalie Gravenor, 7.2.2003

German director Jochen Hick caused a stir at the 1998 Panorama with Sex/Life in L.A., an inflinching look at the Los Angeles sex trade. 'Sex/Life on the Alb' was the workling title ofhis latest documentary, Talk Straight - The Life Of Rural Queers. Or, perhaps more specifically, rural gay men's somewhat 'non-sex' life in southern German Swabia. The film is screening in the Panorama today.
"Sex/Life in L.A. showed a flourishing scene where people often lived their lives without interacting with a single heterosexual - or a world without women," Hick explains. "So this time I wanted to show, in contrast to a self-contained urban scene, the situation of rural queers in a straight environment and how that environment sees them."
With astonishing prejudice is how, as Hick dicovered, despite recent legislation in Germany granting homosexual partnerships a status almost equal to marriage. "The flamboyant gay wasn't liked, although the nice, low-key homosexual was accepted," says Hick.
Convincing familiy and acquaintances to appear in the film was not always easy. "interstingly, the closer the relationship, the harder it was to get the person to participate," Hick explains. "One of the proatgonists' lovers refused to be in the film because he was not openly gay."
The spectre of AIDS hangs over all of Hick's features and documentaries. In Talk Straight, 53-year-old Hartmut comes out as both gay and HIV-positive.
"I did not want AIDS to be the dominant aspect of the film," says Hick. "But I felt it was important to include Hartmut also to make that point: His coming out as HIV-positive was acceptable as the community had pity for him and felt it had to help as he is sick. It can accept him as the victiom, but not simply as a gay man. That is an axpression of this hypocritical Christian pity."
Could Hick, who moves freely from documentary to feature, imagine writing a fictional screenplay based on Talk Straight's protagonists? "It could be funny, but I would have to dramatise things more," he muses. "As it is, the emphasis is on observations of these people's everyday lives. Not much actually happens. It is not so much what is said as how it is said."
Hick also finds financing feature projects much harder than raising the finance for documentaries. He is now working on the follow-up to Sex/Life in L.A..

SCHWÄBISCHE ZEITUNG
Klaus-Dieter Diedrich, 12.2.2003

BERLIN/BIBERACH - "Towards Tolerance", frei übersetzt "Zur Toleranz kommen", lautet das Motto der diesjährigen 53. Internationalen Filmfestspiele in Berlin. Jochen Hicks Dokumentarfilm "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" über Schwule in Oberschwaben, auf der Alb, im Schwarzwald und in Stuttgart passt deshalb perfekt in die Berlinale.
Stefan ist 26 Jahre alt, lebt in Michelwinnaden bei Bad Waldsee, ist Forstwirt und schwul. Am "Christopher Street Day", dem internationalen Feiertag der Schwulen im Juni, fährt er in Ravensburg einen Truck. An den Wochenenden begibt er sich öfters nach München oder Stuttgart in die schwule Szene - seine Mutter, bei der er noch lebt, hat nichts dagegen. Unter den Arbeitskollegen ist er inzwischen als schwul bekannt; manchmal fallen noch dämliche Sprüche. Er kontert schlagfertig und berichtet im Film, der von Jochen Hick im Videoformat gedreht wurde, frank und frei, wie es so ist als Schwuler "auf dem Land".
Auch der Südschwarzwälder Uwe, der 78-jährige Richard in Stuttgart, der 57-jährige Albstädter Hartmut und die Mutter von zwei schwulen Söhnen, die sich in christlichen Kreisen und überhaupt für die Akzeptanz von Schwulen in der Gesellschaft engagiert, äußern sich ohne falsche Scheu zu ihrem Leben, das sich, sieht man von Stuttgart ab, im Alltag entfernt von den Großstädten zuträgt und dem der in den Metropolen oftmals hilfreiche Rückhalt durch die schwule "Community" fehlt.
Freilich reist Uwe gern mal nach Berlin, kleidet sich im Military Store mit Bundeswehrklamotten ein und geht in die hauptstädtische Szene, der HIV-positive Hartmut hat in Thailand seine Jungs um sich, und der sehr soigniert auftretende Richard fährt mit seinem Freund Eduard nach Zürich und schwelgt in den Erinnerungen an frühere Jahrzehnte, als sie bei den Frühjahrs- und Herbstfesten des berühmten schweizer Homosexuellenvereins "Der Kreis" tanzten.
Hick, aufgewachsen in Stuttgart, machte in Deutschland und Kalifornien Filme (z.B. "No one sleeps" ) und untersucht in seinem jüngsten Werk vor allem auch den Blick der "Normalen", der "Heteros", auf ihre homosexuellen Mitbürger. "Ich kenn keinen" - keinen Schwulen; das sagen sie im Film immer wieder: biedere Bürger, Geistliche, ein Arzt. Eigentlich möchte man "damit" nicht in Berührung gekommen sein. Das Zögern in der Rede ist zu sehen, wenn sie gefragt werden, was sie von Schwulen halten.
Hicks Film, der sich im Unterschied zu anderen dieser Thematik der Schwulen in der großstadtfernen Provinz annimmt, ist ein nach wie vor notwendiger, denn gerade in ländlicheren Gegenden ist es oft mit Toleranz gegenüber Schwulen immer noch nicht weit her. Nebenbei kann er auch der urbanen Szene etwas von den Bedingungen, die außerhalb ihrer eingespielten Rituale herrschen, vermitteln. Freilich kennt man sie dort gut genug, flüchteten doch viele Schwule - und Lesben - eines Tages aus dieser Situation. Auch die einst in Biberach aktive Schwulengruppe HELB existiert ja nicht mehr.
Adrian Kutter und die Biberacher Filmfestspiele waren dem Regisseur ein Begriff; so ist anzunehmen, dass sein Film in Biberach zu sehen sein wird. www.SZon.de

Einen weiteren Artikel des Autors mit Bezug des Films zur Biberacher Region finden Sie online: http://www.weberberg.de/abc/texte/schwule.html

FILMRISS Radiomagazin
Februar 2003

"Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" ist Jochen Hicks Dokumentarfilm über vier schwule Männer im ländlichen Schwaben. Beklemmend und humorvoll zugleich führt er die Nöte und Ängste, Anpassung und Fluchtversuche zwischen Stammtisch und Großstadt seiner homosexuellen Protagonisten vor Augen.

PERLENTAUCHER
Februar 2003

(...) Spätestens seit der große Moderator Dieter Kosslick alle grundsätzlichen Konkurrenzen zwischen den einzelnen Sektionen der Berlinale zum freudigen Miteinander entschärft hat, sind die cineastischen Geschmacksunterschiede zwischen Panorama und Forum keine Glaubensfragen mehr, die Übergänge fließender denn je. Verlass bleibt auf den schwul-lesbischen Schwerpunkt des Panoramas, als Liebling der Saison könnte sich "Ich kenn keinen! - Allein unter Heteros" (Foto) erweisen, Jochen Hicks Porträt schwulen Lebens in der schwäbischen Provinz, ein Film, der lachen macht über Verhältnisse, die eigentlich immer noch zum Heulen sind.
Gesamter Artikel: http://perlentaucher.de/artikel/795.html

ZDF Heute - online
Christoph Hartung - 7.2.2003

"...Irgendwo bei Meter 23 stehen Volker und Raimund, zwei junge Männer in schwarzen Lederjacken, mit raspelkurzen Haaren und Ringen im linken Ohr. Sie warten auf Karten für "Ich kenn' keinen - Allein unter Heteros"."
Gesamter Artikel: http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel/0,1367,MAG-0-2033222,00.html

EUROGAY - online
Leonie Wild - 6.2.2003

Schwule Subkultur in städtischen Metropolen – wo gibt es da noch Probleme? Vier schwule Männer verschiedener Generationen verbringen ihr Leben allerdings im Schwäbischen, abseits der CSD-Pfade. Mit Hilfe kleiner Fluchten nach Thailand, Zürich und Berlin schaffen sie sich Lebens- und Liebesmöglichkeiten zwischen "Dorf" und "großer Welt". Von selbst ernannten "Normalos" in ihrem sozialen Umfeld von Kirchenchor bis Stammtisch ernten sie markige Sprüche über das Anderssein – die sie gelassen und mit großer Bescheidenheit ertragen. Regisseur Jochen Hick wagt eine ungeschönte Bestandsaufnahme: Wie weit ist die Gleichberechtigung zu Zeiten der "Homo-Ehe" wirklich?
Gesamter Artikel: http://www.eurogay.de/8410.html

SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
Hans Schifferle - 14.2.2003

Keiner, den man kennt (...) Leipzig in „Devot“, das Schwabenland in „Ich kenn keinen – Allein unter Heteros“: Das Kino entdeckt deutsche Ecken als Orte des Bizarren. „Ich kenn keinen“, die Dokumentation von Jochen Hick, einem alten Bekannten des Panorama, ist eine Art oral history des Schwulseins in der Provinz. Hick, der sonst gern die nächtlichen Subkulturen von L.A. erforscht, richtet seinen ethnografischen Blick, der schonungslos ist, aber immer auch liebevoll, diesmal auf das Alltagsleben von Schwulen unterschiedlichen Alters abseits der großen Städte. Eine Welt offenbart er detailgenau, in der sich das Außergewöhnliche und das scheinbar Normale vermischen, in der sich Vorurteile und kleine Erkenntnisse durchdringen. Eine Decke im glorreichen Siebziger Jahre-Muster, ausgebreitet in einer Wohnung im Schwarzwald, kann avantgardistischer und bedrohlicher erscheinen als ein SM-Laden in Berlin. Jochen Hick ist ein schrecklicher und berührender Film gelungen, also ein menschlicher Film. http://www.sueddeutsche.de

SFB1 (TV)
15.2.2003

Der Film, ein amüsant warmherziger Blick auf Vorurteile und das Leben als Schwuler in der schwäbischen Provinz. (+ Interview)

ZOLLERNALBKURIER
Klaus-Dieter Diedrich, 13.2.2003

ES IST NORMAL, VERSCHIEDEN ZU SEIN. "Towards Tolerance", frei übersetzt "Zur Toleranz kommen", lautet das Motto der 53. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Für Aufsehen sorgte dabei auch Jochen Hicks Dokumentarfilm "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros". Der Streifen schildert Schicksale von Schwulen in der Provinz. Einer der Protagonisten ist Hartmut Alber aus Onstmettingen.
Der 57-jährige Hartmut Alber lebt in Onstmettingen und sitzt am Stammtisch mit dabei. Er ist schwul. Gehört damit - statistisch gesehen - zu jenen fünf bis acht Prozent der Männer, die Männer lieben. Diese Quote gilt überall, nicht nur in der Stadt, sondern auch in der Provinz. Mit 51 Jahren hat sich Hartmut Alber geoutet; heute bedauert er es, das nicht früher getan zu haben. Nun wissen es alle, die ihn kennen. Er lebt sehr gut damit und sein Umfeld hat auch keine Probleme.
Hartmut ist nicht der einzige schwule Mann, dessen Schicksal im Dokumentarfilm von Jochen Hick beleuchtet wird. Der Regisseur lenkt die Blicke ferner auch auf den 27-jährigen Forstwirt Stefan, den soignierten 78-jährigen Richard oder Uwe aus dem Südschwarzwald. Sie alle äussern sich ohne falsche Scheu zu ihrem Leben, das im Alltag fern von den Großstädten im ländlich geprägten Raum stattfindet.
Jochen Hick, aufgewachsen in Stuttgart, untersucht in seinem jüngsten Werk vor allem auch den Blick der "Heteros", auf ihre homosexuellen Mitbürger. "Ich kenne keinen, keinen Schwulen" das sagen sie im Film immer wieder: Bürger von Albstadt, Ravensburg, Stuttgart; Geistliche; ein Arzt in Onstmettingen. Der Filmgucker denkt sich: Eigentlich möchten sie "damit" nicht in Berührung kommen. Das Zögern in der Rede ist zu sehen, wenn sie gefragt werden, was sie von Homosexuellen halten. Man lebe zwar, wie ein älterer Herr aus Albstatd sagt, "im 21. Jahrhundert", aber so manches Vorurteil ist, in beiläufiger Rede tritt es zutage, dennoch nicht zu unterdrücken.
Hicks Film, der im wohltuenden Unterschied zu anderen dieser Thematik sich der Schwulen in der großstadtfernen Provinz annimmt, erscheint als ein nach wie vor notwendiger, denn gerade in ländlicheren Gegenden ist es oft mit der Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlich veranlagten Menschen immer noch nicht weit her. Dabei sind die "Gays" bei der örtlichen Feuerwehr genauso zu finden wie in der Fußball-Mannschaft oder dem Gesangsverein.
"Es dauerte etwas, bis wir die richtige Leute hatten"; sagt Jochen Hick "...manchmal standen wir nach einem ersten Gespräch wieder vor verschlossenen Türen." Auch deshalb die relativ lange Drehzeit von zwei Jahren. Er habe Leute gesucht, die auf ihre Weise "etwas ganz Positives leben" und die keine von der Schwulenbewegung vorgegebenen Parolen von sich gaben. Das sind Leute, die es in grössere Städte nicht geschaftt haben oder gar nicht von ihrem Ort weg wollten. Jemand wie Hartmut Alber zum Beispiel, der auch gerne am Stammtisch der Ortskneipe sitzt.
"Häufig ist es so, daß Heteros ihre Unbeholfenheit zeigen, wenn es um das Thema "Gay" geht; sie ertappen sich dabei, wenn sie etwas Falsches gesagt haben", schildert Jochen Hick seine Erfahrungen. In diesem ungewöhnlichen Film sind Albstädter und Onstmettinger Szenerien immer wieder einmal zu erkennen... www.zak.de

BEGRÜNDUNG DER TEDDY JURY für die Preisverleihung
14.2.2003

"Der TEDDY für den besten Dokumentarfilm 2003,
dotiert mit 3.000 €, gestiftet von elledorado e.V.
geht an ICH KENN KEINEN - ALLEIN UNTER HETEROS von Jochen Hick

Für das gekonnte und einfühlsame Portrait schwuler Männer, die sich den Herausforderungen eines Lebens in kleinen, konservativen Gemeinschaften.
Schwules Leben gibt es überall, selbst im ländlichen Süddeutschland, wo Schwule und Lesben oft die Einzigen ihrer Art im Dorf sind, und die Nachbarn zum Thema Schwule nur sagen "Ich kenn keinen". Jochen Hick besuchte Dörfer, Wälder und Stammtische.
Jochen Hick, der überwiegend hier in Berlin lebt und arbeitet, macht seit 1984 schwule Filme in Deutschland und den USA. Unter anderem liefen seine Filme "Sex/Life in L.A." und "No One Sleeps" auf der Berlinale. Mit seinem mittlerweile achten Film zum Thema bekommt er nun seinen ersten TEDDY.

ICH KENN KEINEN - ALLEIN UNTER HETEROS / Talk Straight - The World of Rural Queers by Jochen Hick

For its skilful and sympathetic portrayal of gay men confronting the challenge of living in small, conservative communities.
Gays and lesbians are everywhere, even in the countryside in southern Germany, where they are often the only of their kind in the villages. This is where the neighbours say "I don't know any gays or lesbians." Jochen Hick visited villages, forests and local bars.
Jochen Hick, who mostly lives and works in Berlin, has been making gay films since 1984 in Germany and the USA. His works include "Sex/Life L.A." and "No One Sleeps" at the Berlinale. With his eighth film on the topic of gay life he has received his first TEDDY."

Die Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr (Members of the Jury of this year were): David Robinson (Jurypräsident, britischer Journalist), John Badalu (Indonesien), Jankees Boer, Cinema De Balie (Niederlande) Dagmar Boguslawski (Zeitschrift Blattgold), Nick Davies (Kanada), Gali Gold (DOCAVIV, Israel), Hrafnhildur Gunnarsdottir (Outsider Enterprises, Island), May Haduong (Gay & Lesbian Film Festival, USA) und Wei-jan Liu (Taiwan).

Links zu Meldungen zur Preisverleihung:
http://ndr.de/ndr/unterhaltung/film/berlinale/20030216_goldener_baer.html
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/0,1872,2034259,00.html
http://www.gaywinner.info/meldungen/030215_teddy.htm
http://movies.yahoo.com/news/iw/20030215/104533560000.html (english)
http://www3.berlinale.de/de/service/preise/preise2003/f_main.html

http://www3.berlinale.de/en/service/preise/preise2003/f_main.html (english)
http://de.news.yahoo.com/030215/12/3ao13.html
http://www.gayradio.de/queer/kultur/03829.shtml
Foto:
http://www.siegessaeule.de/interaktiv/galerie/teddy_gala2003/8.htm
und die Homepage der: Teddy Award Foundation.

NDR
Norddeutscher Rundfunk, 15.2.2003

Berlinale: Ich kenn keinen - Allein unter Heteros
"Get Real" - das war das Motto der Berlinale-Reihe Panorama. Zu den ausgewählten Dokumentarfilmen dieser Reihe zählte das Werk des Hamburger Filmers Jochen Hick "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros". Sein Porträt von vier schwulen Männern, die im ländlichen Schwaben leben, erhielt den schwul-lesbischen Filmpreis "Teddy" für den besten Dokumentarfilm.
Schwule Lebenswelten
Filmer Jochen Hicks skizziert in seinen beiden vorherigen Filmen die Lebenswelt homosexueller Männer in den USA. In "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" hat er sich in die deutsche Provinz gewagt. Hier ist Schwulsein eine Sache, über die nicht geredet wird. Hicks sieht ganz klar, dass sich das schwule Leben zwischen Land und Stadt viel mehr unterscheidet als zwischen Köln und z. B. Los Angeles. "Während ein Schwuler in Berlin eher sein Leben mit Schwulen verbringt, führt sein Pendant auf dem Lande ein Leben allein unter Heteros."
Allein unter Heteros
Vier schwule Männer im ländlichen Schwaben. Da ist Hartmut. Ihn kennen die Leute im Ort vom Stammtisch, an dem er schon mal gerne von Liebesabenteuern in Thailand erzählt hat. Doch dann outet er sich als schwul und die Menschen im Ort wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Uwe dagegen lebt abseits der Dorfgemeinde und gönnt sich hin und wieder einen Ausflug in die schwule Welt Berlins. Der Forstwirt Stefan flüchtet dagegen immer wieder nach Stuttgart oder Zürich, das ist näher als Berlin. Zürich bietet auch für Richard eine Möglichkeit, auf Gleichgesinnte zu treffen. Jochen Hicks begleitet die Männer in ihrem Alltag und spürt heterosexuelle Vorurteilen über schwule Lebenswelten auf.
Gesamter Artikel: http://ndr.de/ndr/unterhaltung/film/berlinale/20030213_dokfilm.html

YAHOO NEWS
ap, 15.2.2003

Den Dokumentarfilm-Teddy bekam «Ich kenn keinen - Allein unter Heteros», mit dem Regisseur Jochen Hick das Leben von Schwulen und Lesben in Dörfern der schwäbischen Diaspora porträtierte. «Ich habe in Süddeutschland gefilmt, aber nur einige Kilometer von hier kann man Menschen mit genau denselben komischen Vorurteilen treffen», sagte Hick unter dem Jubel der Gemeinde. Auch als Filmemacher sei es immer noch ein Problem, in Deutschland mit homosexuellen Themen und großem Budget zu drehen.
Gesamter Artikel: http://de.news.yahoo.com/030215/12/3ao13.html

DIE TAGESZEITUNG
Axel Schock, 16.2.2003

(..) Eher klassisch in der Machart, aber pointiert geschnitten und zudem überaus unterhaltsam ist Jochen Hicks "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros", in dem er einen Schwulen in der schwäbischen Provinz porträtiert und dafür als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde. Ein auf den ersten Blick sehr komischer Film, auf den zweiten aber zeigt sich die Kluft zwischen jenen, die es auf dem Dorf zwischen Anfeindung und Geduldetsein aushalten, und den in der Ghettoidylle lebenden Großstadtschwulen. (...)
Gesamter Artikel: http://www.taz.de/pt/2003/02/17/a0197.nf/text

SWR 4 (SÜDWESTRUNDFUNK)
Spaich, 16.2.2003

(...) Besonderes Aufsehen in der Berlinale Sektion Panorama erregte der Dokumentarfilm "ICH KENN KEINEN - Allein unter Heteros". Das ist ein Film über die persönliche Situation von Homosexuellen zwischen Schwäbischer Alb und dem Schwarzwald. Unter anderem berichten ein Forstwirt von der Alb und ein Angestellter aus Ravensburg, wie es sich damit lebt, wenn man offen zugibt schwul zu sein. Der Berliner Regisseur Jochen Hick rührt mit ICH KENN KEINEN an ein nachwievor verschwiegenes Tabu, es war deshalb nicht leicht Männer zu finden, die bereit waren, offen vor der Kamera zu sprechen. "Sie zu finden, das ist eine Sache, dann aber auch welche zu finden, die ihr Umfeld miteinbeziehen und nicht nur wie im Sitzinterview in ihrer Wohnung sitzen mit einem Balken über den Augen, das war dann schon etwas schwieriger." Zur Situation seiner Protagonisten, die in "ICH KENN KEINEN - Allein unter Heteros" Auskunft geben, meint Jochen Hick: "Also es gibt ja zwei Strategien, manche die in ihren Orten bleiben wollen und es auch richtig offen haben möchten, die auch innerhalb der heterosexuellen Umgebung anerkannt werden wollen, also wir haben auch eine Person die am Stammtisch dabei sein möchte, die im Kirchenchor ist, überall mit anerkannt sein will, aber es gibt aber auch andere Fälle die wir gesehen haben, wo sich die Leute schon so besonders oder aussenstehend vorkommen, daß sich sowohl die Familie, wie z.B. auch die Mutter mit dem Sohn schon so zurückzieht, so daß sie eigentlich mit der Umgebung nur ganz wenig zu tun haben und in einem solchen Ort leben, genauso wie man in der Grossstadt leben könnte, in der Isolation. Also es gibt so beide Möglichkeiten. Etwas dazwischen (zu leben) ist relativ schwierig." Der Regisseur möchte mit seinem Film "ICH KENN KEINEN" um Verständnis für eine Minderheit werben. Dazu Kurt Kupferschmidt, dessen Filmverleih Edition Salzgeber den Film betreut. "Die meisten Schwulen, die in der Provinz geboren werden oder dort leben, gehen in die Grossstädte. Es gibt ganz viele, die aus Schwaben nach ganz Deutschland und in die Welt gehen. Viele die auch dort bleiben und es wird immer darüber geredet, wie man in der anderen Welt lebt, wie man da mit Diskriminierung umgehen kann, wie man sich da entwickeln kann und das ist das erste Mal, daß es eigentlich einen Film gibt darüber, was passiert mit denen die bleiben, wie geht die Gesellschaft mit ihnen um im Jahre 2002. Und ich finde der Jochen Hick hat das hervorragend hingekriegt, da verschiedene Protagonisten zu finden, die sehr unterschiedlich sind und andererseits auch ihre Lebenswirklichkeit auf eine sehr erfrischende Art darstellen. Und die Reaktionen auf der Berlinale auf alle drei Vorführungen waren sehr sehr gut, gerade vom breitem Publikum ist da auch ein Interesse dran, und ich denke, das kann man sehr sehr gut auch umsetzen mit der Verleiharbeit." Jochen Hick ist mit dem heiklen Thema seines Films erstaunlich unverkrampft umgegangen. Das liegt auch am Charme seiner sympathischen Protagonisten. "ICH KENN KEINEN - Allein unter Heteros" wird bereits in den nächsten Wochen in den Programmkinos zu sehen sein.

indieWIRE
Eugene Hernandez, 16.2.2003

(..) Among the highlights, Nir Bergman's "Knafayim Shvurot" ("Broken Wings"), the story of a middle class Israeli family, won the Panorama audience award. The Teddy award for best queer feature film went to the low-budget, experimental Mexican film "Mil Nubes de Paz Cercan El Cielo, Amor, Jamas Acabaras de Ser Amor" ("A Thousand Peace Clouds Encircle the Sky, Love, You Will Never Stop Being Love") by Julian Hernandez, while the Teddy for best documentary went to Jochen Hick's "Ich Kenn Keinen - Allein Unter Heteros" ("Talk Straight - The World of Rural Queers"). [A report on other winners and a final dispatch from indieWIRE
Gesamter Artikel: http://www.indiewire.com/onthescene/onthescene_030215berl.html

EUROGAY
Leonie Wild, 17.2.2003

17. Teddy-Awards auf der Berlinale "Wie die Löwen"
(17.2.03 - lw) Über 40 Dokumentationen, Kurz- und Spielfilme mit queerem Inhalt aus dem Programm der 53. Internationalen Filmfestspiele standen zur Wahl für die Teddy-Awards 2003, dem weltweit einzigen schwul-lesbischen Filmpreis im Rahmen eines A-Festivals. "Wie die Löwen" habe die Jury (mit Mitgliedern aus Island, Taiwan, Kanada, Indonesien, den USA, Großbritannien, Israel und Deutschland) um die Gewinner gestritten, scherzte ihr Vorsitzender David Robertson, langjähriger Filmkritiker der "Financial Times", am 14. Februar anlässlich der Verleihung in Berlin.
Überraschungserfolg für einen mexikanischen Spielfilm: "Mil nubes de paz cercan el cielo, amor, jamás acabarás de ser amor" von Julián Hernández, die Geschichte des schmerzlichen Coming-outs eines Teenagers, gewann den Teddy-Award für den besten Spielfilm (Bild oben rechts). "Ich kenn keinen – Allein unter Heteros" (Regie: Jochen Hick) über schwules Leben in der (schwäbischen) Provinz wurde als beste Dokumentation geehrt. Aus Norwegen stammt der Gewinner des Kurzfilm-Teddys, "Fremragende Timer" von Lars Krutzkoff Jacobsen und Jan Dalchow: Auf die Kontaktanzeige eines Mittdreißigers meldet sich ein 15-jähriger Heimbewohner. Ihre zärtliche Beziehung wird durch die strafrechtliche Verfolgung im Keim erstickt. Den Special-Teddy vergab die Jury an Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), schwuler Regisseur legendärer Stummfilme wie "Nosferatu" und "Faust", dem die Retrospektive der Berlinale gewidmet war. (...)
Gesamter Artikel: http://www.eurogay.de/8423.html

DOWNTOWN
20 .2.2003

Den Dokumentarfilm-Teddy bekam "Ich kenn keinen allein unter Heteros", mit dem Regisseur Jochen Hick das Leben von Schwulen und Lesben in Dörfern der schwäbischen Diaspora porträtierte. "Ich habe in Süddeutschland gefilmt, aber nur einige Kilometer von hier kann man Menschen mit genau denselben komischen Vorurteilen treffen", sagte Hick unter dem Jubel der Gemeinde. Auch als Filmemacher sei es immer noch ein Problem, in Deutschland mit homosexuellen Themen und großem Budget zu drehen. Die Teddys werden seit 1987 verliehen. Den meisten geht es jedoch weniger um die Preisvergabe, als vielmehr um die anschließende Party. "Beim Coming-Out denkt man noch, man ist der einzige Schwule auf der Welt. Und hier sind viele Tausende und feiern einen Preis im Rahmen der Berlinale das Gefühl ist unglaublich", meinte ein Besucher. r

DW-WORLD TV
Aydin Üstünel, 17.2.2003

Teddy Ödülleri

Berlin Film Festivali, Cannes, Venedik gibi benzerleri arasinda, escinsel içerikli filmlere özel bir ödül veren tek organizasyon niteligini tasiyor. Festival'in yarisma bölümünden, Panorama ve Forum bölümlerine kadar escinsel temalara deginen birçok film yer aliyor ve bu filmler bagimsiz bir jürinin begenisine sunuluyor. Bu yil da Altin ve Gümüs Ayi'larin verildigi asil ödül töreninden bir gün önce, Berlin Belediye Baskani Klaus Wowereit ve Berlinale Sefi Dieter Kosslick'in katildigi büyük bir törenle, Festival'in "Ayi"li diger ödüllerine gönderme yapilarak dagitilan Teddy ödülleri sahiplerini buldu.

Meksikali yönetmen Julián Hernández'in "Mil nubez de paz cercan el cielo, amor, jamás acaberás de ser amor" adli çalismasi en iyi film seçildi. Türkçe adi, "Barisin 1000 bulutu gökyüzünü kapliyor, ask sen hep ask olmaya devam edeceksin" olan film, büyük askina veda etmek zorunda kalan bir gencin trajik hikayesini anlatiyor. Muhafazakar bir çevrede yasayan escinsellerin karsilastiklari zorluklari konu alan "Ich kenn keinen! - Allein unter Heteros" adli yapim ise Alman yönetmen Jochen Hick'e, en iyi belgesel dalinda bir Teddy getirdi. Baskentin ünlü Tempodrom Salonu'nda yapilan Teddy ödül töreninde, 53. Berlin Film Festivali'ndeki 'Ustalara Saygi' bölümünün ayrildigi efsanevi Alman yönetmen Friedrich Wilhelm Murnau'ya da özel bir ödül verildi.
Gesamter Artikel: http://www.dwelle.de/turkish/yasam/351600.html

YAHOO SCHLAGZEILEN
(ots), 17.2.2003

Montag 17. Februar 2003, 15:29 Uhr
3sat-Dokumentarfilm erhält einen "Teddy" auf der 53. Berlinale
Mainz (ots) - Der Dokumentarfilm "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" von Jochen Hick, der mit Unterstützung von 3sat entstand, wurde auf den 53. Internationalen Berliner Filmfestspielen mit dem "Teddy" für den besten Dokumentarfilm ausgezeichnet. Die neun Mitglieder ANZEIGE

der unabhängigen internationalen Jury, die aus dem Kreis schwul-lesbischer Filmschaffender sowie Filmfestivalmacher und -macherinnen gewählt wurden, sichteten aus den Programmen aller Sektionen des Festivals Filme, die in einem schwulen, lesbischen und/oder Transgender-Kontext stehen. Aus einer von der Jury festgelegten Auswahl von Filmen wurde der mit je 3.000 Euro dotierte "Teddy" an einen Spielfilm, einen Kurzfilm und einen Dokumentarfilm vergeben. Jochen Hicks Film erhielt den Preis für "das gekonnte und einfühlsame Porträt schwuler Männer, die sich den Herausforderungen eines Lebens in kleinen, konservativen Gemeinschaften stellen". Jochen Hick lässt sich in seinem Film von schwulen Männern unterschiedlichen Alters den Alltag auf dem Land zeigen, begleitet ihre erotischen Fluchten zwischen Dorf und großer Welt nach Thailand, Zürich und Berlin. Aber er überlässt den Schwulen nicht das alleinige Wort, sondern spürt amüsiert, hintergründig und neugierig dem heterosexuellen Urteil über schwule Lebenswelten nach, lässt Kirchenchor und Stammtisch, Mütter und Bekannte zu Wort kommen und dokumentiert das überwältigende Profil eines ebenso oft unwissenden wie bitterkomischen heterosexuellen Blicks auf schwule Männer in Deutschland. Jochen Hick, der überwiegend in Berlin lebt und arbeitet, macht seit 1984 schwule Filme in Deutschland und den USA. Unter anderem liefen bereits seine Filme "Sex/Life in L.A." und "No One Sleeps" auf der Berlinale. Der Berliner Filmverleih "Edition Salzgeber" wird "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" in der zweiten Jahreshälfte 2003 in die Kinos bringen. Der Film war neben der 3sat-Koproduktion "Ich bin, Gott sei Dank, beim Film!" in der Sektion "Panorama" der diesjährigen Berlinale vertreten.
Gesamter Artikel: http://de.news.yahoo.com/030217/27/3aujg.html

SAT 1 Regionale
(sho) (shu), 9.2.2003

09.02.2003, 12:51
«Ich kenn keinen! - Allein unter Heteros» - Regisseur Jochen Hick
Berlin (ddp-bln). In diesem Jahr sind auf der Berlinale wieder über 30 Spiel- und Kurzfilme sowie Dokumentationen mit schwulem, lesbischen oder Transgender-Bezug zu sehen. Einer davon ist «Ich kenn keinen! - Allein unter Heteros». In dem Streifen befasst sich Regisseur Jochen Hick mit schwuler Subkultur in städtischen Metropolen. Er wagt eine ungeschönte Bestandsaufnahme: Wie weit ist die Gleichberechtigung zu Zeiten der «Homo-Ehe» wirklich? Mit Hick sprach ddp-Korrespondent Axel Schock. ddp: Was hat den Anstoß zu diesem Film für Sie gegeben? Die Rückbesinnung auf Ihre eigene Herkunft aus Süddeutschland vielleicht? Jochen Hick: Ich bin ja kein Schwabe, aber zumindest in Stuttgart zur Schule gegangen, und ich bin manchmal noch dort. Beim Ausgehen habe ich immer wieder Leute getroffen, die - nur um ein Bierchen in einer schwulen Kneipe zu trinken - fast 200 Kilometer zurückgelegt haben. Ich wollte einen Film darüber machen, wie sich schwules Leben auf dem Lande aus einer Vereinzelung heraus organisiert. Insofern ist der Film der entgegengesetzte Entwurf von «Sex/Life in L.A.» und sollte deshalb auch mal «Sex/Life auf der Alb» heißen. Und ich wollte einmal nachschauen, ob Deutschland wirklich so liberal ist, wie das Partnerschaftsgesetz es manchen glauben machen möchte. ddp: Sie selbst haben viele Jahre in Hamburg gelebt, nunmehr in der Schwulenmetropole Berlin. Was sind die herausragendsten Unterschiede zwischen «Großstadtschwulen» und «Landschwulen»? Jochen Hick: Als Großstadtschwulen darf man eigentlich nur bezeichnen, wer überwiegend in Großstädten gelebt hat. Insofern ist Berlin manchmal tiefste Provinz, da man in keiner anderen deutschen Stadt so viele «Flüchtlinge» vom Lande trifft wie hier. Nur vergessen viele ihre Herkunft sehr schnell. Vielleicht macht dies auch den oft beschriebenen netten provinziellen Charme Berlins aus. Großstadtschwule meinen alles gesehen zu haben und bewegen sich doch meist nur in einer ganz kleinen Welt - oft sogar in einer Welt fast gänzlich ohne Heteros. Landschwule müssen sich ihre Welt viel aktiver selbst erschaffen und sich ständig selbst behaupten. Sie sind oft realistischer in der Welt, als man vermuten darf. ddp: Gibt es eine Art Solidarität, eine Verbindung zwischen beiden Gruppen - oder herrscht doch eher Arroganz der Städter gegenüber den Landschwulen vor? Jochen Hick: Eigentlich eher Arroganz oder vielmehr gesagt Ignoranz. Die Städter reisen an Weihnachten zurück aufs Land und sind froh wieder abzureisen. Und für die Landschwulen ist die Stadt oft ein Ort, um sich in kurzer Zeit auszuleben, was ja auch nicht immer besonders kommunikativ sein muss. Allerdings muss ich sagen, dass ich eine kleine Christopher-Street-Day-Parade wie die in Ravensburg (Oberschwaben) als politischer empfand als jene in Berlin und Köln. ddp: Wie wichtig ist es, eine schwule Produktion wie die Ihre auf der Berlinale zu präsentieren? Hat ein solcher Film heute noch eine Chance auf ein reguläres Kinopublikum? Jochen Hick: Die Berlinale ist wichtig, weil sie ein A-Festival ist. Wichtig aber auch, weil das Panorama eine Sektion ist, in der ich meine Filme gut aufgehoben finde und viele potenzielle ausländische Einkäufer den Film sehen. Der Film wird hoffentlich sein Publikum finden, denn er ist - wie ich glaube - trotz seines für manche recht ernst anmutenden Themas originell und unterhaltsam, oft sehr witzig und zugleich politisch relevant. Einen deutschen Verleih hat er schon. Mal sehen, wie es weitergeht. Auf jeden Fall ist es ein Film für Schwule und Heteros gleichermaßen und für beide Seiten auf seine Weise erhellend. ddp: Sind Berliner Schwule und Lesben ein auffallend engagiertes Publikum für lesbisch-schwule Produktionen oder erreichen Filme wie «No one sleeps» oder «Sex/Life in L.A.» in kleinen und mittleren Städten vielleicht ein viel interessiertes, «dankbareres» Publikum? Jochen Hick: Berlin ist sicherlich die wichtigste Kino-Stadt für schwul-lesbische Produktionen in Deutschland. Allein schon wegen seiner sehr vielfältigen und lebendigen Kinoszene. Eine solche Kinolandschaft wie in Berlin sucht man auch in ausländischen Metropolen vergebens. Köln beispielsweise hat zwar auch ein großes Publikum, aber eine viel schwierigere Kinolandschaft für solche Filme. Eine Kinolandschaft wie in Berlin gibt es auch in ausländischen Metropolen selten - ganz zu schweigen von den enormen Herausbringungskosten, die man dort allein für Presse und Anzeigen hat. Kleine und mittlere Städte haben oft ein sehr dankbares Publikum, aber wenn die Presse nicht mitzieht oder die Kinolandschaft es nicht zulässt, kriegt sie dort keiner mit. ddp/sho/shu

www.filmkritiken.org
9.2.2003

Als sie bemerkte, dass ihr Hund schwul sei, habe sie ihn erschlagen, erzählte die Frau am Telefon. Bei ihrem Sohn könne sie das ja wohl nicht auch tun, oder? Anrufe wie diesen bekommt die Mutter von Stefan häufig, seit sie einen Verein gegründet hat zur Selbsthilfe 'betroffener' Eltern. Betroffen von der Homosexualität ihrer Söhne, die in mehreren Müttern hauptsächlich Mordgelüste zu wecken scheint. Dabei unterscheidet doch eigentlich die leider immer noch viel zu häufig vorurteilsüberhäuften gleichgeschlechtlich Interessierten gar nicht so viel vom Durchschnittsschwaben. Möchte man zumindest meinen, wenn man sieht, wie Richard, einer der vier schwulen Protagonisten, in seinem Regal den Fernseher offenbart: versteckt hinter einer mit Buchrücken bedruckten Sperrholzplatte, die einen geschlossenen Buchbestand vorgaukelt. Ein Einrichtungsaccessoire von typisch deutscher Spießigkeit, und auch Hartmuts Sextourismusreisen nach Thailand unterscheiden sich abgesehen vom Geschlecht der aufgesuchten, sehr minderjährig wirkenden Prostituierten nicht wirklich von denen des bierbebauchten Klischeedeutschen. Diese Parallelen aufzuzeigen zu denjenigen, die sich selbst für 'normal' und die anderen für 'krank' halten, ist nur eines der vielen Verdienste dieses Filmes von Jochen Hick, mit dem das Panorama seine Dokumentarfilmreihe eröffnete.
Vier Männer hat Hick begleitet im ländlichen Schwaben, unterschiedlichen Alters, was sie verbindet, ist ihr Coming-out auf dem Lande. Und die Entscheidung, allen Vieren gemein, nicht in eine Großstadt zu wechseln wie Berlin, in denen die Grenzen geschlechtlicher Orientierung bereits seit längerem deutlich ins Wanken geraten sind. Statt dessen bleiben alle vier in ihren jeweiligen dörflichen Gemeinschaften, auch wenn sie damit deutlichen Außenseiterstatus annehmen. In gewisser Hinsicht ist der Film auch ein Film über Grenzen, nicht nur die zwischen Homo- und Heterosexualität, auch über die Grenzen zwischen den Generationen, denn die älteren der schwulen Protagonisten teilen die Abneigungen ihrer heterosexuellen Altersgenossen beispielsweise gegen Sado-Masosex oder aufwändig geschminkte Transvestiten durchaus. Ein Film auch über die Grenzen zwischen Stadt und Land, die beiden Gebiete werden als tatsächlich grundverschieden gezeichnet.
Ich kenn keinen ist ein guter Auftakt für die Dokumentationen, weil er all die Tugenden mitbringt, die ein Dokumentarfilm haben sollte: Er erzählt unterhaltsame Geschichten über Menschen, die gerade in ihrer Alltäglichkeit und Verallgemeinerbarkeit von Interesse sind. Hick nähert sich seinen Helden einfühlsam, und doch vermeidet er den in so vielen anderen Dokumentationen unausweichlichen Druck auf die Tränendrüse. Ganz im Gegenteil, von den durchaus oft problematischen Schicksalen der vier -Hartmut beispielsweise trägt den HIV-Virus in sich- wird leicht und humorvoll erzählt.
Die interviewten heterosexuellen Dorfbewohner haben dabei die wunderbare Gabe, sich vor der Kamera selbst zu entlarven in ihrer Borniertheit, ihrem Beharren auf 'Natürlichkeit' oder 'Gott', ihrer gänzlichen Weigerung, Homosexualität in ihrem Umfeld überhaupt nur wahr zu nehmen ('ich kenn keinen') und doch werden sie nicht etwa von Hicks Kamera degradiert, man lacht zwar über ihre traurigen Meinungen, aber es ist ein Lachen, in dem beständig die Hoffnung mitschwingt, die Menschen mögen doch mit der Zeit toleranter werden. Er möchte gar nicht verstanden werden, sagt denn auch Hartmut nach einer fruchtlosen Diskussion, es reiche ihm schon, toleriert zu werden. Hicks hat sie nicht nur toleriert, seine Protagonisten, er hat sie auch verstanden, und sein Film trägt hoffentlich dies Verständnis noch weit hinaus über die Grenzen Schwabens. (...)
Gesamter Text: http://www.filmkritiken.org/index.html?/kritiken/Ich_kenn_keinen_Eclipse_Night_Stop.html

MURAL
Mural / AFP, 15.2.2003

17. Teddy-Awards auf der BeBerlín, Alemania.- (15/Feb./2002) La película mexicana Mil Nubes de Paz Cercan el Cielo, Amor, Jamás Acabarás de Ser Amor, de Julián Hernández, fue galardonada este sábado con el Oso Teddy del Festival Internacional de Cine de Berlín, que distingue a los mejores filmes sobre temas de homosexualidad. La historia de amor entre dos jóvenes en ciudad de México, protagonizada por Juan Carlos Ortuño y Juan Carlos Torres, fue muy elogiada por el jurado independiente por su "calidad fílmica y poética" y "la extrema sensibilidad" con que fue abordada. El jurado del premio Teddy fue presidido por el británico David Robinson e integrado por John Badalu (Indonesia), Jankers Boer (Holanda), Dagmar Boguslawski (Alemania), Nick Davies (Canadá), Gali Gold (Israel, Hrafnhildur Gunnardottir (Islandia), May Haduong (EEUU) y Wie-jan Liu (Taiwán).
La distinción a la película con el título más largo de la presente Berlinale fue entregada este sábado en una fiesta celebrada en la carpa gigante del "Tempodrom", un escenario dedicado a espectáculos alternativos en la capital alemana.
El Teddy al Mejor Filme Documental sobre temas homosexuales fue para la producción alemana Ich kenn keinen - allein unter Heteros, de Jochen Hick; el Teddy al mejor cortometraje fue para Fremragende Timer ("Momentos preciosos", de Lars Krutzkoff y Jan Dalchow; y el Teddy Especial se otorgó a la memoria del realizador alemán Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931), sobre cuya obra se presentó una retrospectiva en el Festival de Berlín. (...)

LA PRENSA
(Buenos Aires) 27.1.2003

(...) PANORAMA
La producción "Polígono sur", sobre el barrio sevillano conocido como "las tres mil viviendas", dirigida por la francesa Dominique Abel, y "Comandante", retrato de Fidel Castro rodado por Oliver Stone, figuran en el apartado de documentales de la sección Panorama del Festival de Berlín.
La sección se abrirá con "Traces of a dragon: Jackie Chan and his Lost Family", un filme chino que documenta la historia de las artes marciales dirigida por Mabel Cheung y Alex Law. "Ich kenn keinen-allein unter Heteros" es otro de los incluidos en la sección, dirigido por Jochen Hick y basado en la homosexualidad de cuatro jóvenes campesinos.
En total, doce largometrajes y dos cortometrajes se mostrarán en esta sección de documentales, fuera de concurso como todas las películas de Panorama, en la próxima Berlinale.

HAMBURGER ABENDBLATT
Meike Schiller, 14.2.2003

Hamburgs Dokumentarfilm auf der Berlinale. - "Hast du mal mit deinem Hausarzt darüber gesprochen?" Schwulsein in deutschen Landen. Während es in Großstädten wie Hamburg oder Köln eine offenne Homosexuellen-Szene gibt, sind die Homosexuellen in ländlichen Gebieten oft allein unter Heteros. Offiziell zumindest. So wie der 26-jährige Forstarbeiter Stefan aus dem schwäbischen Dorf Michelwinnaden, der sich vor erschrockenen Kollegen outet, oder der HIV-positive Hartmut, der sich erst mit 51 Jahren zu seiner Homosexualität bekennt und bis dahin mitlacht, wenn am Stammtisch Schwulenwitze gerissen werden.
Der Hamburger Filmemacher Jochen Hick hat sie und andere für sein Dokumentarfilmprojekt "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros" mit der Kamera durch die Provinz begleitet: eine Welt voller Vorurteile zwischen Gesangsverein, schwäbischer Christopher-Street-Parade und moralisierender Kirchengruppe. Auf der Berlinale läuft "Ich kenn keinen" außerhalb des Wettbewerbs in der Reihe "Panorama" - neben Fatih Akins "Solino" der einzige Berlinale-Beitrag aus Mitteln der Hamburger Filmförderung. Im Frühsommer soll der Film in die Kinos kommen.
"Der deutsche Fernsehzuschauer weiß mehr über das Liebesleben von Quallen als über das alltägliche Leben von Schwulen", fasst Hick die Notwendigkeit seiner Dokumentation zusammen. Ähnlich bitterkomisch zeigt sich der Ton der Statements, die der Regisseur den Interviewpartnern vor der Kamera entlockt. Ohne zu provozieren, entlarvt er eine bestenfalls naive, schlimmstenfalls unverhohlen rassistische Grundeinstellung der (ländlichen) Bevölkerung gegenüber Homosexualität und macht damit auf ebenso unterhaltsame wie erschreckend ehrliche Weise deutlich, wie weit Toleranz und Gleichberechtigung noch entfernt sind. Ein Film, der auch die großstädtische Schwulengemeinde daran erinnern soll, "dass eine CSD-Parade auch heute noch mehr Sinn verfolgen darf, als für Jacobs-Kaffee, Red Bull oder West-Zigaretten Werbeträger zu sein".
Gesamter Artikel: http://www.abendblatt.de/daten/2003/02/14/124027.html

SWR International
7.2.2003

(...) Doch nicht nur exotische Lebenswelten kommen in Berlin auf die Leinwand – auch deutsches Kino ist zu sehen. Darunter der Dokumentarfilm „Ich kenn keinen! - Allein unter Heteros von Jochen Hick. Der Film begleitet vier schwule Männer im ländlichen Schwaben. Zwischen Kirche und Stammtisch, zwischen Eltern und Kollegen. Eine humorvolle und zugleich beklemmende Bestandsaufnahme über das Leben. (...)
Gesamter Artikel: http://swr.de/international/de/2003/02/06/beitrag4.html

Filmtage Karlsruhe
10.2003

(...) Jochen Hick ist es einmal mehr gelungen, eine große Nähe zu seinen Protagonisten herzustellen, die uns mit erstaunlicher Offenheit durch ihren nicht ganz einfachen Alltag führen. Aber auch ihre Umwelt nimmt kein Blatt vor den Mund und das ist zuweilen so krass, dass das Lachen auch mal im Halse stecken bleibt. Nicht nur das Publikum der Berlinale war begeistert von dieser bitterkomischen und durch und durch ehrlichen Dokumentation. Für ICH KENN KEINEN – ALLEIN UNTER HETEROS gab’s 2003 den Teddy!
Gesamter Artikel: http://www.filmtage-karlsruhe.de/Archiv/ich-kenn-keinen.htm

Filmmesse Leipzig
September 2003

In Großstädten sind Homosexualität und schwule Lebenswelten kein Thema mehr. Schwule Bürgermeister und Vereinspräsidenten von Fußballclubs sind keine schillernde Ausnahmeerscheinung sondern Ausdruck von Normalität. Ganz anders in der Provinz. Normal heißt hier immer noch: Mann, Frau, Kinder, Kleinfamilie. Wer aus dem Rahmen fällt und keine Freundin nach Hause bringt, löst familiäre Katastrophen aus und muss sich derbe Sprüche von Freunden und Kollegen gefallen lassen.
In seinem Dokumentarfilm gibt Jochen Hick Einblick in den unbekannten Alltag schwuler Landbewohner. Hartmut, Richard, Stefan und Uwe erzählen von Stammtisch und Kirchenchor, von Ablehnung, Integration und gelegentlichen Fluchten in die Großstadt oder ins Ausland. Auch Nachbarn, Freunde und Bekannte werden um Ihre Meinung gebeten. Ihre mundartgefärbten, oft skurrilen und immer wieder überraschenden Kommentare zeigen, wie tief der Graben zwischen vermeintlicher Normalität und Abweichung immer noch ist, aber auch wie eng gestrickt und herzlich das Zusammenleben auf dem Dorf trotz allem sein kann.
Ein erhellender, bitterkomischer Film über Lebensläufe und Landstriche, die nur selten im Kino zu sehen sind.
Gesamter Artikel: http://www.filmmesse-leipzig.de/Info/FurdichmeinHerz/body_furdichmeinherz.html

KATSO! (Finnland)
September 2003

(...) Neljä saksalaista miestä luoteis-Saksan maaseudulta Schwabenista. Iältään 28-70-ja-risat. Kaikki homoja. Ja niin yksinäisiä. Olin minäkin kotikyläni ainoa homo, mutta en siitä dokumenttia lähtisi tekemään. Valitettavan pitkäveteiseksi jaaritukseksi muodostuvan dokumentin perimmäinen tarkoitus jäi ainakin tältä katsojalta huomaamatta, vaikka tunnustan, että pieni liikutuksen tippa kävi silmässä kuunnellessa joukon vanhimman nuoruusmuistoja. Ehkäpä dokumentti onkin omimmillaan herättämään kussakin katsojassa tuntemuksia yksinäisestä vanhuudesta? Mene ja tiedä.
Suurena kysymysmerkkinä huokuu koko ajan miksi ihmeessä tämä nelikko (tai ainakin pari heistä) vain ruikuttaa kohtaloaan eikä tee sille mitään. Selitykseksi ei kelpaa, että pitää maaseudusta tai ettei voi muka jättää kotiseutuaan. Kyse on valinnoista ja sen kukin miehistä on tehnyt ihan itse. Ja siihen on tyytyminen. Dokumentissa on omat irvokkaat hetkensä, jolloin ei tiedä pitäisikö itkeä vai nauraa, etenkin kun kvartetin puheliain kertoilee uima-altaan äärellä heteromummoille peppuaktitarinoita, tai kun toinen haikaillee vuokrattavien sametti-ihoisten thaipoikien perään. Ja tokihan lopussa osallistutaan Pride-kulkueeseen, mutta valitettavasti ne lyhyet onnen hetket saattaa vahingossa nukkua ohi, ellei sitten ole vähemmistöaktivisti ja kostu tällaisesta.
Gesamter Artikel: http://www.katso.fi/leffat/ra/article110847.html

GLS Planet, Brasilien
18.2.2003

(...)O filme que ganhou o prêmio Teddy Bear na categoria documentário agora no Festival de Berlim mostra o retrato dramático da vida gay no campo. Rodado na zona rural, a 8a produção do cineasta alemão Jochen Hick promete polêmica.
O profundo abismo de ser homossexual longe das grandes cidades na Alemanha é contado pelos 4 protagonistas do documentário que ganhou o prêmio gay e lésbico de Berlim.
Hartmut, Richard, Stefan e Uwe vivem muito longe da cidade em Swabia, no oeste da Alemanha.
Eles se habituaram ao modelo heterossexual do local, onde estanhos são os rapazes que não levam namoradas para casa e qeu não têm mulher e filhos. Toda essa cultura impregnada e machista ganha um sotaque especial no filme.
O cineasta Jochen Hick faz um mergulho neste mundo, onde a vida dos personagens é contada através de seus amigos heterossexais - este é um ponto polêmico para a comunidade que viu no filme: a visão dos gays do campo pela perspectiva dos heterossexuais.
Falado em dialeto local, às vezes cômico, o filme mostra a distância e - o vazio - provocado pelos preconceitos entre o que seria "normal" e o que seria um "desvio da norma".
Um mundo que você nunca viu? E a gente torce para que tudo se transforme um dia..
Então, já sabe, fique de olho quando o filme chegar por aqui.
Gesamter Artikel: http://glsplanet.terra.com.br/filmes/talk.shtml

filmIreland Berlinale Diary
Hendrike Bake, 18.2.2003

(...) Also refreshing was documentary Talk straight - the world of rural queers.
Gesamter Artikel: http://www.filmireland.net/exclusives/berlin.htm

paroutudo.com
Artur Cavalcante, 27.11.2003

(...) Isso proporcionou a vinda de filmes mais badalados, como é o caso de Party
Monster e também de Fale como homem: gays na zona rural, filme alemão que
será exibido na segunda noite de festival.
Ich Kenn Keinen - Allein Unter Heteros, em alemão, quer dizer literalmente
Eu não conheço nenhum - sozinhos entre heteros, mas que traduzido para o
português ficou Fale como homem: gays na zona rural. O diretor, Jochen Hick,
está em Brasília acompanhando o Mix e falou com exclusividade ao
paroutudo.com. No documentário, Jochen retratou a vida de homossexuais que
vivem nas zonas rurais alemãs, onde existem pessoas de mais de 50 anos que
juram de pé junto que nunca viram nenhum homossexual. Num país como a
Alemanha, em que o casamento homossexual é legalizado e o prefeito da
capital, Berlim, é gay assumido, isso parece absurdo. Hich diz que apesar
das conquistas realizadas no país, ainda há muito a ser feito. Ele afirma
que a maioria dos gays se fecha em guetos. "Existem restaurantes gays, lojas
gays, boates gays. Eu conheço pessoas que não têm mais nenhum tipo de
contato com heterossexuais", relata o diretor. Em Fale como homem: gays na
zona rural, são mostradas vilas de 2.000 habitantes que possuem apenas um
homossexual declarado. Jochen tenta dar visibilidade a esses gays que têm de
viver entre os heteros. Durante a entrevista, o alemão elogiou a equipe do
Mix Brasil. "Para um time tão pequeno, é impressionante o que eles
conquistam", finaliza o diretor. Quem quiser, pode conferir seu site:
http://www.galeria-alaska.de (...)

TRIBUNA DA PRENSA
(Monica Loureiro) 3.10.2003

Gente como a gente - de Monica Loureiro

A mostra Mundo Gay do Festival do Rio costuma ser composta dos mais diferentes e curiosos olhares sobre o tema. Nesta edição do festival, um dos destaques é o filme "Fale que nem homem - Gays na zona rural", que tem última exibição hoje, no Espaço Unibanco 2 às 15h e 21h30.
Apesar do nome um tanto excêntrico, a produção alemã de 2003 é um documentário muito bem feito sobre a realidade dos homossexuais em suas minúsculas cidades-natal, situadas na região da Swabia, área rural ao sudeste da Alemanha. Hartmut, Richard, Stefan e Uwe são personagens com histórias de vida bem distintas, mas o diretor Jocken Hick conseguiu mostrar o ponto em comum: a dificuldade em assumir a homossexualidade em comunidades tão conservadoras. É um retrato cômico, e por vezes amargo, da imagem que os heterossexuais fazem dos gays.
Numa região onde, nas últimas eleições, a quase totalidade dos votos foi para a ultradireita, como é dito logo no começo do filme.
Há o engenheiro florestal, que vive com a mãe superprotetora que aceita tranqüilamente a homossexualidade do filho. Outra relação mãe-filho interessante que o documentário revela é a da que tem dois filhos gays. Ela organiza grupos de apoio para pais na mesma situação e lidera um movimento para que os homossexuais sejam aceitos não só pela sociedade como pela igreja.
O diretor também toca na questão da Aids, e de forma bastante tranqüila, através de Hartmut, que só assumiu sua condição aos 51 anos, quando soube que era HIV positivo. Apesar de anualmente passar férias na Tailândia, onde a prostituição é escancarada, afirma que foi contaminado em sua cidade.
O documentário mostra ainda Richard, 75 anos, que nunca se assumiu porque acha que não houve necessidade. Ele lembra da perseguição da era nazista, quando tinha muito medo de ser descoberto. O documentarista registra seu apartamento decorado com valiosas peças e pinturas, onde ele diz que prefere viver só - se encontra com a família uma vez ao ano, no seu aniversário.
Ainda há Uwe, que tem 38 anos e vive com a mãe idosa, que não entende que ele é gay. Um dos momentos mais engraçados é quando a inocente fala: "Ele já está crescidinho, pode trazer algumas garotas para casa!". E ele: "Mãe, nós estamos falando de rapazes!". Uwe gosta de se vestir com roupas militares, vai às cidades vizinhas maiores em busca de diversão, mas não consegue encontrar um namorado fixo.
Jocken Hick faz inúmeras entrevistas com heterossexuais e o mais interessante é notar, além das idéias retrógradas, que quase todos dizem não conhecer gays em suas cidades. Diante da insistência do entrevistador, alguns se lembram de um parente distante, ou já morto, ou de um amigo de outro amigo...
Ao ser classificado como gay, infelizmente "Fale que nem homem - Gays na zona rural" fica restrito a um público específico, quando, na verdade, é um interessante registro de uma cultura que, apesar de tão distante da nossa e supostamente mais evoluída, revela-se talvez ainda mais conservadora.
Gesamter Artikel: http://www.tribuna.inf.br/anteriores/2003/outubro/03/bis.asp?bis=cultura03

MCV ARTS
18.7.2003, Jerry Springer, Melbourne

Gay German country boys! It sounds cute, don't it? Well get a grip people, with the opening quote "I had a homosexual dog and I beat him to death. So is my son, but I can't beat him to death," this isn't going to be your averag hayride. Impossibly optimistic, outrageously clever and camp as concentration will allow.


BAY AREA REPORTER
18.12004, David Lamble, San Francsico

Jochen Hick is best known to Frameline audiences for his 1991 feature, 'Via Appia', a German sex tourist's search for a Brazilian hustler, "who welcomed him to the AIDS club"; and 'No One Sleeps', an East German doctor's pursuit of a serial killer through a San Francisco demimonde of sex clubs and opera queens.
In TALK STRAIGHT, Hick shows how four gay Germans cope with being out in the sticks. A 20-something forestry worker is taunted by his workmates; a late 30s guy who lusts after men in uniforms confesses the difficulty of finding one true friend; an HIV-positive man in his late 50s finds a degree of contentment in a non-erotic daddy-son relationship with a straight Thai boy, while still duelling for acceptance from his stiff-necked older German neighbours; and a 78-year-old man recalls discovering his identity in a park in 1933, and escaping over the Swiss border to relative freedom. Switzerland unexpectedly decriminalized homosexuality in 1942.
Hick demonstates why some rural German gays decide to become sexual tourists in their own country, and gives a chilling example or two of old attitudes that never seem to change. An elderly woman stares into Hick's camera and recalls how gays were made to disappear during the days of the Third Reich. Hick makes ckever use of time-lapse photography to give us a sense of all the miles these four man have to log in order to satisfy their desires.


VARIETY
17.1.2004, Ernest Harvey

Jochen Hicks' "Talk Straight" reps a personal best after 15 years of uneven gay-themed features both fictive and non ("Via Appia," "Sex/Life in L.A.," "No One Sleeps"). Funny, poignant and charming docu belies English title's implied narrow focus to deliver a much looser appreciation of some quirky, semi-isolated gay men, the still largely homo-oblivious rural world they live in, various social networks/personal escape valves and life in general. Already well-traveled on fest circuit, pic should continue hitting every gay fest while picking up select tube and possible arthouse dates.
Original German title translates as "I don't know any," the usual passerby response to Hicks' inquiries re: attitudes toward homosexuality and homosexuals. To their credit, most solid bourgeois citizens here appear willing enough to shed old prejudices -- it's just that so far, all they know about the gay world is what they got from TV (or the pulpit). For protags, being the lone "out" person in their native Black Forest hamlets is a sometimes lonely but not unbearable circumstance. Elderly retiree Richard has a long-distance relationship with old friend Eduard. Goofy military-wear enthusiast Uwe, a 38-year old technical worker, gets his kicks on occasional dives into Berlin's wild life, while at home, his mum ignores all blunt truths -- she still insists it'll be OK when he "brings a girl home some day." Hartmut came out only six years earlier at age 51, upon finding out he was HIV positive; he now wishes he'd done that much sooner. Heavyset mid-20s forester Stefan would like a steady mate. But wedging anyone -- male or female -- between him and his rather overpowering mother could prove difficult. Fifth principal is Erika, a mother with two grown gay sons. She's taken up the cause in earnest, starting up a parents' organization, encouraging tolerance in local churches, etc. After introducing personalities, pic settles into a freeform yet canny mix of bemused interviews with average rural citizens. (Asked what they imagine gay sex is like, they often spout variations on, "It's too horrible to think about.") Pic also spends time with the men (including Hartmut's latest trip to sex-tourist-paradise Thailand), and makes miscellaneous digressions. Principals are viewed fondly, foibles and all, sans condescension; there's a wistful undercurrent here that avoids outright pathos. Florian Kohler's editing is outstanding element in smartly assembled package.

Gesamter Artikel: http://www.variety.com/story.asp?l=review&r=VE1117922857&c=31
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DER STANDARD, Wien
5.6.2003, Josefson

Schwules Landleben: "Allein unter Heteros"
Nicht alle ziehen in die große Stadt - Jochen Hick zeigt einige, die lieber in der Provinz blieben

"Einige bleiben zurück" heißt es zu Beginn von "Ich kenn keinen - Allein unter Heteros", wenn die Landflucht von Schwulen und Lesben in die Metropolen Köln oder Berlin angesprochen wird. Ausgangspunkt der Emigration ist das Schwabenland - geographisch nicht weit entfernt also von der Region, in der Peter Fleischmann 1969 seine "Jagdszenen aus Niederbayern" handeln ließ.
Doch wie gesagt: Einige bleiben zurück. Und um die geht es in dieser Dokumentation, für die Regisseur Jochen Hick heuer mit dem Teddy Award, dem "schwul-lesbisch-transidentischen" Preis der Berlinale, ausgezeichnet wurde.

Porträts
Da ist zum Beispiel der 26-jährige Forstwirt Stefan, der noch bei seiner Mutter lebt (siehe Bild) und sich im Kreise seiner Arbeitskollegen im Wald outete. Oder Hartmut, HIV-positiv und passionierter Thailand-Flieger, der zuhause am Stammtisch mit seinen Dorfnachbarn übers Schwulsein fachsimpelt.
Richard, 78 und damit von einer Zeit geprägt, in der Schwulsein ein Todesurteil bedeuten konnte, freut sich, dass er sein Leben über die Runden bekommen hat, ohne jemals anzuecken ("Man blieb im Hintergrund ..."). Der unverwüstlich gutgelaunte Uniform-Liebhaber Uwe schließlich wird auf einem Wochenendausflug nach Berlin begleitet, der abwechselnd mit dem Durchforsten von Darkroom-Annoncen und der Suche nach Souvenirs für die Mutter verbracht wird.

Leben in der Provinz
Dazwischen glänzt Hicks Doku mit Szenen einer CSD-Parade im biederen Ravensburg, die von "Jesus liebt dich - kehr um"-Schilder hochhaltenden Bürgerinnen flankiert wird ("Kennen Sie Homosexuelle? - "Nein." - "Möchten Sie welche kennenlernen? - "Nicht unbedingt.") und angepasste Mitglieder der Zielgruppe eher abschreckt als animiert ("Die sind nicht homosexuell, die sind wahnsinnig! Die guten Homosexuellen, die sieht man gar nicht mehr.")
Keiner der vier Interviewten lebt in einer festen Beziehung. Allen gemeinsam scheint aber eine positive Grundeinstellung eigen: Passend zum Ton des Films, der - mit schunkeligen Easy Listening-Klängen unterlegt - das schwule Landleben als etwas durchaus Machbares zeigt. Hartmut meint am Ende, wenn er gewusst hätte, wie einfach es sein wird, hätte er sich schon viel früher geoutet.

Im Dunkel
Nur einmal blitzt erschreckend auf, dass die dunkle Vergangenheit noch nicht so weit zurück liegt: Dann nämlich, wenn Mitglieder einer Selbsthilfegruppe von Eltern homosexueller Kinder schildern, wie sie lernen mussten, die ihnen kulturell eingetrichterten Aggressionen ("Unterm Adolf wärn die zerhackt worden") abzubauen.
Irgendeinen Grund muss es schließlich geben, dass der meistgesagte Satz des Films die stereotype und jeder Statistik widersprechende Antwort auf die Frage nach Schwulen oder Lesben im Ort ist: "Ich kenn keinen ...". (Josefson)


LA WEEKLY, Los Angeles
4.6.2004, Hazel Dawn Dumpert

Not to be missed Jochen Hicks smart, funny, moving documentary TALK STRAIGHT - The World Of Rural Queers, in which Jochen Hick leaves the queer heaven of Berlin to the Swabian countryside to explore, what is is to be a provincial gay man. (...)
LOS ANGELES TIMES (Screening Room)
17.6.2004, Kevin Crust

Germany's isolated gays get a hearing

Filmmaker Jochen Hick explores "The World Of Rural Queers" in his 2003 documentary featuring interviews with four gay men and their friends, families and neighbours.
Hick draws a rather touching portrait of the men's isolated lives while sketching current attitudes toward homosexuality in Swabia, a rustic area of southwest Germany.
The men have little in common with those around them but for various reasons have not moved to more inviting urban areas where gay rights are more prevalent. They punctuate their mostly solitary existence with regular trips to locales, such as Berlin, Zurich or even Thailand.
Many of the heterosexuals, including Christians protesting at a gay pride parade, claim to not know any gay people. In most cases, their attitudes are driven by ignorance more than hatred. Hick takes a low key approach in his interviews, optimistically outlining their evolvng feelings.

Dies waren ausschliesslich Kritiken zu Festival- und Voraufführungen von ICH KENN KEINEN / TALK STRAIGHT im In- und Ausland. Für alle PRESSEKRITIKEN ab Kinostart Deutschland bitte hier klicken!

 

 
 



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